NEWS

KONTAKT

BÜCHER

ÜBER RAINER

PRODUKTE

SENDUNGEN

 

 


 

"Wünsch Dir Sass!"

„Ich koche nicht nur solo für die Zuschauer, sondern gemeinsam mit und bei ihnen“

Gespräch mit Rainer Sass

Wie ist die Idee zu „Wünsch dir Sass!“ entstanden?

Als Fernsehkoch werde ich immer wieder gerne auf der Straße, im Supermarkt, am Gartenzaun oder am Rande von TV-Aufzeichnungen angesprochen und nach Rezepten und kleinen Hilfestellungen gefragt: „Herr Sass, wie geht eine gute Entensoße? Haben sie einen Tipp für ein Grünkohlgericht? Ich habe eine Forelle geangelt, wie soll ich den Fisch zubereiten?“ und so weiter.

Obwohl meine Fernsehkollegen und ich schon alle Rezepte `rauf und runter` gekocht haben und es auf dem Buchmarkt 100.000 Ratgeber und Anleitungen gibt, scheint es aber in den deutschen Haushalten immer noch gewaltige Probleme mit der Umsetzung zu geben. Ich bin furchtbar neugierig und möchte gerne sehen, warum das so ist. Deshalb habe ich mir mit meinem Regisseur Florian Kruck und NDR Redakteur Christian Stichler überlegt, statt im Profi-Studio in den Küchen unserer Zuschauer zu kochen. Sie wünschen sich ein Gericht und ich helfe bei der Umsetzung, gebe Tipps und zeige die wichtigsten Kniffe – sozusagen Rainers Kochschule für zu Hause.

Wie sieht das konkrete Konzept aus?

Die Zuschauer schicken uns eine Bewerbung mit ihrem Wunschgericht. Welches Rezept möchten sie schon immer mal kochen; an was haben sie sich noch nicht herangetraut; was klappt bei der Umsetzung nicht. Ein Beispiel: Wir kochen in einer der ersten Folgen mit zwei Damen aus einem Kochclub. Die haben nach einer Kochbuchanleitung Fisch im Salzteig zubereitet. Dabei ging alles schief. Sie haben beim ersten Mal die Kruste nicht aufbekommen, ein anderes Mal war der Fisch matschig und fade. Ich werde mir vor Ort alles anschauen und versuchen, als Profi eine perfekte Küchenhilfe zu sein. Dabei ist mir wichtig, dass meine Gastgeber alles selber machen und ich nur im Notfall Hilfestellung gebe – sozusagen: Sass, die Küchenfeuerwehr.

Wo ist der Profi vor Ort besonders gefordert?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal ist zum Beispiel das Produkt schon das Problem. Ein Rinderbraten gelingt nur, wenn auch das Fleisch von Top-Qualität ist. Ich gehe mit meinen Gastgebern dann einkaufen und zeige ihnen, worauf es ankommt. Manchmal liegt es aber auch am Küchenwerkzeug. Wenn die Pfanne dünn und abgenutzt ist, gelingen die Bratkartoffeln nicht richtig oder der Fisch bleibt kleben. Gegebenenfalls kaufe ich dann auch eine neue Pfanne für meine Gastgeber. Natürlich kann man auch mit einem verbeulten Kochtopf tolle Sachen zaubern. Ein Problem ist aber, dass viele Köche viel zu ungeduldig sind. Manche Rezepte brauchen in der Zubereitung einfach Zeit, keine Eile oder Hektik.

Dann sehe ich immer wieder, dass die Leute künstliche Aromaverstärker und Fertigprodukte verwenden statt z. B. selbstgekochte Fonds. Die denken, dass ist ja nicht so wichtig für den Geschmack, und außerdem kostet das natürlich Zeit und macht Mühe. Ich freue mich immer riesig, wenn meine Gastgeber komplett überrascht sind, was für ein geschmacklicher Unterschied das dann doch ist.

Was sind für Sie die besonderen Herausforderungen?

Als Fernsehkoch habe ich eine große und perfekt ausgestattete Küche. Bei „Wünsch dir Sass!“ koche ich meistens in den typischen Vier-Quadratmeter-Küchen. Die deutschen Architekten planen in den Etagenwohnungen und Reihenhäusern meiner Kandidaten sogar für die Gästetoiletten mehr Platz ein als für die Küchen. Das ist für mich ungewohnt, beim Kochen mit dem Kopf an der Schrankwand zu stehen und im Topf zu rühren.

Trotzdem kann man in solchen Küchen wunderbar die tollsten Gerichte zubereiten, das finde ich interessant und manchmal auch sehr überraschend. In Kiel haben wir bei Familie Ritter einen Tafelspitz auf zwei Quadratmeter gekocht. Zu zweit, inklusive Schrankwand, Arbeitsfläche, Herd und Kühlschrank. Das Gericht wurde trotzdem ein Knaller und mit Begeisterung von der ganze Familie verputzt. Die Größe einer Küche ist für den Koch kein Problem, eher für mein Drehteam. Die kommen in den engen Verhältnissen ganz schön ins Schwitzen. In einer Folge hockt ein Kameramann auf dem Kühlschrank, der andere kann nur agieren, weil wir eine Schranktür ausgehängt haben.

Was unterscheidet „Wünsch dir Sass!“ von anderen Kochformaten?

Ich bin sehr neugierig und zeige natürlich auch, was es in den Wohnungen und Küchen meiner Kandidaten alles zu entdecken gibt. Es wird also nicht nur gekocht, sondern wir dringen auch ein bisschen in die Privatsphäre der Kandidaten ein und zeigen, wie die Leute wohnen und leben. Komischerweise findet man in jedem Wohnzimmerschrank diverse Schokoladentafeln, Knabberkram und Kalorien-Sünden.

In den Küchen werfe ich vor allem gerne einen Blick in den Kühlschrank. Der Inhalt erzählt viel über den Charakter und Vorlieben meiner Gastgeber. Wenn ich dann Fertigsoßen, Maggi und vertrocknete Gewürze finde, weiß ich sofort, wo ich mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Die neue Sendung ist auch viel authentischer als jede Studio-Kochshow. Ich koche sozusagen nicht nur solo für die Zuschauer, sondern gemeinsam mit und bei ihnen.

Was sind das für Gerichte und Rezepte, die gewünscht werden?

Das ist sehr unterschiedlich. Es sind viele Küchenklassiker dabei und wenige Exoten: In der ersten Folge gibt es Roastbeef und Bratkartoffeln, dann folgt ein Entenbraten mit Klößen und danach ein Tafelspitz mit Kartoffeln und Meerrettichsoße. Auch Königsberger Klopse stehen auf dem Programm. Die Zuschauer können sich natürlich auch ausgefallene Sachen wünschen oder ein Menü zu einem besonderen Anlass wie zum Beispiel zur Goldenen Hochzeit oder Konfirmation. Wozu einen teuren und schlechten Party-Service bestellen, wenn man ein leckeres Büffet auch selber machen kann? Ich zeige, wie das preiswert geht und lecker schmeckt.

Was hat sie während der Dreharbeiten bis jetzt besonders beeindruckt, gibt es außergewöhnliche Erlebnisse?

Zu viel möchte ich natürlich nicht verraten. In jeder Sendung gibt es sehr schräge und lustige Entdeckungen. Familie Ritter in Kiel hat eine unglaubliche Weinsammlung im Rumpelkeller mit allen möglichen Tropfen aus der ganzen Welt. Ich habe zum Beispiel noch nie Weine aus Indien, Mexiko oder China gesehen, geschweige denn getrunken. Auch von machen Einkaufsmöglichkeiten in der Provinz bin ich sehr überrascht. Ich glaube, dass sich in der deutschen kulinarischen Szene doch einiges tut.

 

 

zurück

 

 

 

       
 

frisch aufgetischt eins

mehr...

frisch aufgetischt zwei

mehr...

 

 

frisch aufgetischt drei

mehr...